Kein Segen für Tiermord!

Norbert Karaban Tierschutz 4 Comments

Die Kirche hat die Tiere vergessen – Kein Segen für Tierleid!

Am 04.04.2015 fand in München von 12:00-14:00 am Odeonsplatz ein sogenanntes „Die-in“ statt. Das ist eine Aktionsform des gewaltlosen Widerstands. Dabei legen sich Demonstranten in der Öffentlichkeit auf ein Signal hin plötzlich wie tot zu Boden, um zu demonstrieren, dass man einen bestimmten politischen Sachverhalt für lebensbedrohend oder unmenschlich hält (siehe Wikipedia). Am Kölner und Augsburger Dom, sowie in Leipzig fanden unter demselben Motto, ähnliche Aktionen statt.

In München war als Rednerin die Tierrechtlerin, Buchautorin und Künstlerin Daniela Böhm mit großem Engagement beteiligt. Hier legten sich bis zu 40 schwarzgekleidete Aktivisten bei großer Kälte und starken Regen auf das Kopfsteinpflaster vor der Feldherrenhalle. Die Wetterbedingungen waren mehr wie ungünstig für eine solche Aktion. Viele Passanten blieben stehen und betrachteten die surrealistisch anmutende Szenerie. Einige von ihnen filmten oder fotografierten dabei.

Daniela Böhm klärte via Lautsprecher die Menschen über diese gelungene Aktion auf. Bei einem Infostand, an dem es dank dem lieben Reinhold und anderen Helfern warme Getränke und Gebäck gab, konnten sich interessierte Zuschauer ebenfalls informieren.

Eine wirklich denkwürdige und tolle Aktion. Großer Respekt vor allem an die „liegenden“ Aktivisten. Da gehört schon wirklich eine Menge Enthusiasmus dazu, sich mitten in der Stadt bei strömenden Regen auf den kalten Boden zu legen und sich für die Tiere einzusetzen!

Links zum Thema:

Video zur Münchner Aktion…

Die Aktion von Animal First am Kölner Dom

Die Aktion am Augsburger Dom…

Die Aktion in Leipzig…

Definition von Di-in bei Wikipedia…

 

 

Hier die vollständige Rede von Daniela Böhm…
Ich mache darauf aufmerksam, das diese Rede dem Copyright von Daniela unterliegt. Wenn Sie diesen Text übernehmen wollen, setzen Sie sich bitte mit ihr in Verbindung… Homepage von Daniela Böhm…

Die Kirche hat die Tiere vergessen
„Dies ist keine Demonstration gegen die Kirche an sich. Es ist aber eine Protestveranstaltung gegen das Schweigen und die Ignoranz der Kirche was die Tiere betrifft. Es ist ein Protest gegen das Vergessen. All die Menschen und Bilder hier sind ein stummer Aufschrei für jene, die nicht gehört werden.
Die Kirche hat die Tiere verraten. Sie hat ihnen die unsterbliche Seele abgesprochen und diesen Irrglauben bis heute nicht rehabilitiert Nach dem Kirchenlehrer Thomas von Aquin, besitzen Tiere eine sterbliche Seele und diese stirbt mit dem Tod ihres Körpers.
Ich frage Sie: Wie kann die Seele eines beseelten Wesens sterben, wenn es doch eine Seele besitzt und diese etwas Immaterielles ist?
Tiere sind damit auch aus dem fünften Gebot ausgeschlossen, dem „du sollst nicht morden“ denn einen Mord begeht man nur an einem Menschen und nur ihm bleibt das Himmelreich vorbehalten.

Die Kirche hat die Tiere vergessen: Seit dem Amtsantritt von Papst Franziskus sind zwei Jahre vergangen. Wie viel Hoffnung wurde gehegt, dass dieser Mann, der als erster in der Kirchengeschichte den Namen Franziskus wählte, sich auch für die Tiere einsetzt.
Bis zum heutigen Tag warten viele Menschen auf ein eindeutiges Zeichen dieses Papstes gegenüber dem unendlichen Leid der Tiere. Dem hl. Franziskus, seinem Vorbild, sind folgende Zeilen zugeschrieben: „Alle Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir – also sind sie uns gleichgestellte Werke des allmächtigen Schöpfers: unsere Brüder.“
Die Kirche jedoch hat die Tiere vergessen und schweigt. Sie schweigt zu den Qualen unserer kleinen Brüder und Schwestern, sie ignoriert das immense Leid der Tiere in den Massentierhaltungen, den Schlachthäusern, Tierversuchslaboren und Pelzfarmen, sie schweigt zu den Tötungen der Straßenhunde, den Stierkämpfen und vielem mehr.

Für die Christen ist Ostern das Fest der Auferstehung – für die unschuldigen Lämmer und viele andere Tiere ist es ein Fest des Todes. Doch nicht nur an Ostern, sondern an jedem einzelnen Tag. In jeder Minute, die auf dieser Erde vergeht, findet ein unendliches Blutvergießen und Leid statt: 60 Milliarden getötete Tiere weltweit – pro Jahr: Dies ist nur eine Schätzung und berücksichtigt keine Fische, Straßenhunde, Tiere aus Versuchslaboren oder solche, die für die Pelz- oder Lederindustrie sterben.
Indem die Kirche ihre Augen vor dem Leid der Tiere verschließt, ignoriert sie auch die Folgen des massiven Fleischkonsums: den Hunger in den Entwicklungsländern, die Klimaerwärmung und Zerstörung unseres Planeten.

Massentierhaltung trägt einen erheblichen Anteil daran, dass immer mehr Menschen in den Entwicklungsländern hungern und unterernährt sind, laut der FAO fast 900 Millionen. Während täglich 20 Milliarden sogenannte „Nutztiere“ für den Fleischkonsum mit Getreide und Soja gefüttert werden, sterben jeden Tag Zehntausende von Menschen an Hunger.

„Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder …“ Diesen Satz kennen nicht nur Katholiken oder Protestanten. Würden Sie ihr Kind in ein Schlachthaus mitnehmen? Die Antwort lautet sicher “Nein”. Aber Sie lassen es das essen, was von diesem Ort kommt: Zerstückelte Tierleichen. Sie zeigen ihm Apfelbäume oder Maisfelder, aber Sie würden niemals mit ihrem Kind in einen Schlachthof gehen, damit es sieht, wie Tiere getötet werden, denn das Schlachten ist ein barbarischer und grausamer Akt.
Wir Erwachsenen haben verlernt, wie die Kinder zu sehen und zu fühlen: mit dem Herzen.
Erst wenn wir das tun, leben wir echte Nächstenliebe. Eine Nächstenliebe, die nicht nur dem Menschen gilt, sondern auch jenen Mitgeschöpfen, die schon lange vor uns da waren.

Die Kirche aber schweigt. Sie schweigt zu den Qualen der Tiere, zu den Leiden eines Teiles der Schöpfung, die von ihrem Gott erschaffen wurde. Es ist leicht, einfach zu schweigen und die Augen vor diesem Leid zu verschließen. Es ist bequem, sich auf uralten Dogmen und Lehrmeinungen auszuruhen und ein anthropozentrisches Weltbild nicht infrage zu stellen. Aber es ist nicht richtig. Und es kann nicht richtig sein, an Ostern von Liebe und Auferstehung zu predigen und danach ein Stück unschuldigen Lebens zu verspeisen.

Tiere halten das natürliche Gleichgewicht der Erde und folgen nur ihrer Natur. Die Seelen der Tiere haben gewiss Flügel, mit denen sie nach ihrem Tod in den Himmel fliegen – schneller als so mancher Mensch. Es ist an der Zeit, auch für die Kirche, die Tiere als das zu respektieren, zu schätzen und zu lieben, was sie sind: Mitbewohner dieses Planeten – unsere kleinen Brüder und Schwestern.”

©Daniela Böhm

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Comments 4

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  1. Manu

    Respekt vor euch allen und ja, es gehört eine Menge dazu, bei diesem Wetter sich dort hinzulegen, ihr wart diesmal mehr, als letztes Jahr, kann das sein?
    Danke für deine Worte..

    lg Manu 🙂

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